Aktuelle  Projekte

Bericht im Rheintaler Bote am 13.05.20

«Sie sind uns sehr dankbar, dass wir weitermachen»

13.05.2020 07:26

Die Lebensmittelabgabe an armutsbetroffene Menschen ist gerade in Krisenzeiten besonders wichtig. Doch die regionalen Abgabestellen sind derzeit mit neuen Herausforderungen konfrontiert.

 

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Bild: Archiv
Die E-Treff Co-Leiterin Uschi Steinmetz gibt über die aktuelle Situation Auskunft.

 

Region Der E-Treff ist eine Lebensmittelabgabe der Schweizer Tafel für armutsbetroffene Menschen aus dem Unterrheintal. Die Abgabe findet jeweils am Freitagnachmittag von 14 bis 15.30 Uhr in den Räumlichkeiten an der Hauptstrasse 7 in Rheineck statt. Um von diesem Angebot profitieren zu können, muss man sich vom Sozialamt einen Caritas-Ausweis ausstellen lassen und den symbolischen Beitrag von einem Franken zahlen. Seit Anfang dieses Jahres wird die Abgabestelle von den Co-Leiterinnen Uschi Steinmetz und Doris DeCet geführt. Uschi Steinmetz gibt im Kurzinterview Auskunft über die derzeitige Situation im Rheinecker E-Treff.

 

Sie haben es geschafft, den E-Treff während der Coronakrise offen zu halten. War eine Schliessung je ein Thema?

 

Uschi Steinmetz: Ja, eine Schliessung war ein Thema. Vor allem anfangs März, als zwei unserer Mitarbeiter (ein Ehepaar) an Corona erkrankt sind. Wir mussten sofort abklären, wo sie sich angesteckt hatten. Als der E-Treff als Ansteckungsort ausgeschlossen werden konnte, war für uns klar, dass wir weitermachen. Die Schweizer Tafel hat uns dabei mit Weisungen und Tipps unterstützt. Ebenfalls war die Polizei vor Ort und hat unsere Schutzmassnahmen gutgeheissen.

 

Kann der Bedarf derzeit gedeckt werden?

 

Wir bekommen genügend Lebensmittel und können den Bedarf gut decken.

 

Wie viele Abgaben werden derzeit ungefähr getätigt im Vergleich zu bisher?

 

Vor der Krise waren es um die 45 bis 50 Abgaben pro Woche, jetzt haben wir ungefähr gleich viele. Aber es sind einige Neue dazugekommen, andere kommen dafür nicht. Von einer Person weiss ich, dass sie einer gefährdeten Gruppe angehört und sie deshalb jemand mit Lebensmittel beliefert.

 

Musste der Ablauf der Lebensmittelabgabe durch die BAG-Vorgaben angepasst werden?

 

Die BezügerInnen dürfen nicht mehr ins Lokal kommen, sondern müssen davor in einer Reihe anstehen. Wir verteilen alle gespendeten Lebensmittel in circa 45 Kisten. Anschliessend werden jeweils zwei Kisten vor den Eingang auf einen Tisch mit genügend Abstand aufgestellt. So können die BezügerInnen die Lebensmittel in ihre Taschen umpacken. Eine Mitarbeiterin arbeitet bei der Ausgabe, zwei andere im Hintergrund. Das funktioniert reibungslos. Die Bezüger-

 

Erhalten Sie derzeit genug Unterstützung oder bräuchten Sie weitere Freiwillige?

 

Nein, wir haben zum Glück einen grossen Helferkreis. Auch bei uns möchten momentan einige Freiwillige aus gesundheitlichen Gründen nicht mitarbeiten, dafür haben wir neue Mitarbeiterinnen gefunden. Da das Kaffee nicht offen ist, brauchen wir jetzt auch weniger Helferinnen. Generell sind wir ein prima Team und helfen uns immer gegenseitig. Aber wie immer: Am meisten ist uns mit Spenden geholfen. Da im Moment viel an Corona-Projekte gespendet wird und auch die Spenden der Kirchen wegfallen, merken wir, wie unser Konto schrumpft.

 

www.e-treff.ch

 

Martina Macias

 

Währen der Corona-Zeit können wir keine Projekte durchführen.

Sprechstunde:

Gerne unterstützen wir beim ausfüllen diverser Dokumente, Formulare usw. in deutscher Sprache.